Monte-Carlo-Simulation: In wie vielen von 10.000 Verläufen hätte dein Vermögen gereicht?
Paperball setzt aus echten Monatsrenditen 10.000 mögliche Verläufe zusammen — für dein Portfolio oder einen Anlagemix aus Aktien, Anleihen, Gold und Zins. Du siehst, in wie vielen davon dein Sparplan und deine Entnahmen aufgegangen wären.
Kurz gesagt
Eine Monte-Carlo-Simulation spielt nicht einen, sondern viele mögliche Verläufe durch. Paperball setzt sie aus echten Monatsrenditen zusammen und zählt, in wie vielen dein Plan aufgegangen wäre. Im Rechenbeispiel unten hätte eine Entnahme von 20.000 € im ersten Jahr aus 500.000 € nach deutscher Steuer in 88 % der 10.000 Verläufe 30 Jahre gereicht.
- Kostenloses Konto mit Startguthaben
- Portfolio-Backtester inklusive
- Hosting in der EU · DSGVO
Was die Simulation dir zeigt
Eine Bandbreite statt einer Linie
Ein Fächer zeigt, wie weit das Vermögen über die Jahre streut: den mittleren Verlauf, die mittlere Hälfte und 90 % der Verläufe.
In wie vielen Verläufen es gereicht hätte
Mit Entnahmeplan siehst du, in wie vielen der 10.000 Verläufe das Vermögen jede Entnahme bis zum Ende getragen hätte — und was am Ende am unteren Rand, in der Mitte und am oberen Rand der Verläufe übrig geblieben wäre.
Welche Entnahme getragen hätte, welche Sparrate es gebraucht hätte
Paperball rechnet die höchste Entnahme aus, die in 9 von 10 Verläufen gereicht hätte — und mit Ansparplan die Sparrate, die dafür nötig wäre.
So funktioniert’s
Renditequelle wählen
Nimm ein gespeichertes Portfolio aus deinen Backtests oder stell einen Anlagemix aus Bausteinen zusammen, etwa Welt-Aktien, Euro-Staatsanleihen, Gold, Geldmarkt oder einen festen Zins.
Sparen und Entnehmen festlegen
Leg Startkapital und Zeitraum fest, auf Wunsch eine Ansparphase und danach einen Entnahmeplan mit Liquiditätspuffer.
10.000 Verläufe auswerten
Paperball zieht aus der echten Kursgeschichte zufällig Blöcke von zwölf Monaten und setzt sie zu 10.000 Verläufen zusammen. Du siehst den Fächer, die Erfolgsquote und die Beträge, die getragen hätten.
Erst sparen, dann entnehmen — in einem Durchlauf
Ob Ruhestand oder Auszeit: Die Simulation rechnet beide Phasen hintereinander auf denselben Verläufen. So siehst du nicht nur, was am Ende der Sparphase da gewesen wäre, sondern auch, ob es danach gereicht hätte.
Erst sparen
Eine Sparrate, monatlich bis jährlich, fest oder jedes Jahr um einen Prozentsatz erhöht, dazu auf Wunsch ein Zielvermögen. Du siehst, was bei Rentenbeginn in der Mitte und am unteren Rand der Verläufe da gewesen wäre, wie oft das Ziel erreicht worden wäre und welche Rate es dafür gebraucht hätte.
Dann entnehmen
Ein fester Betrag, auf Wunsch jedes Jahr um die Inflation erhöht, oder ein Prozentsatz vom aktuellen Wert. Beim festen Betrag springt auf Wunsch ein verzinster Puffer in schwachen Jahren ein, damit nicht im Tief verkauft werden muss — und du siehst, wie oft es mit und ohne Puffer gereicht hätte.
Warum ein einziger Verlauf nicht reicht
Ein Backtest zeigt, was mit den echten Kursen passiert wäre — einen einzigen Verlauf mit genau einer Abfolge guter und schlechter Jahre. Für Entnahmen zählt aber gerade diese Abfolge: Ein Crash kurz nach Rentenbeginn wiegt schwerer als derselbe Crash zwanzig Jahre später.
Die Monte-Carlo-Simulation zieht die Jahre in neuer Abfolge und zeigt, wie dein Plan in vielen möglichen Reihenfolgen abgeschnitten hätte. Weil ganze Jahresstücke gezogen werden – mit Zurücklegen, wie aus einer Lostrommel –, bleiben die Zusammenhänge innerhalb eines Jahres erhalten.
Rechenbeispiel: ein Fächer mit Zahlen
500.000 € zu 60 % in deutschen Aktien und zu 40 % in Bundesanleihen, im ersten Jahr 20.000 € entnommen (4 %) und danach jedes Jahr mit der Teuerung erhöht, nach deutscher Steuer. Der Fächer zeigt das Vermögen Jahr für Jahr in heutiger Kaufkraft:
- Mittlerer Wert (Median)
- Mittlere Hälfte der Verläufe
- 90 % der Verläufe
| Vermögen in heutiger Kaufkraft | Nach 10 Jahren | Nach 20 Jahren | Nach 30 Jahren |
|---|---|---|---|
| Oberer Rand (5 % lägen darüber) | 1.137.026 € | 1.998.914 € | 2.854.390 € |
| Mitte der Verläufe | 551.875 € | 598.731 € | 564.330 € |
| Unterer Rand (5 % lägen darunter) | 238.212 € | 83.085 € | 0 € |
Nach 30 Jahre läge das Vermögen in der Mitte der Verläufe bei 564.330 €, am unteren Rand bei 0 € und am oberen Rand bei 2.854.390 €. Gereicht hätte das Geld in 88 % der Verläufe.
Stresstest: die Finanzkrise gleich zu Beginn
Dieselben 10.000 Verläufe, nur beginnt die Entnahme mit den Monaten von 11/2007 bis 02/2009 in ihrer echten Reihenfolge. Dann hätte das Geld in 52 % der Verläufe gereicht statt in 88 %; in der Mitte bliebe am Ende 14.156 € statt 564.330 € in heutiger Kaufkraft.
Und mit anderen Krisen am Anfang der Entnahme:
| Am Anfang der Entnahme | Hätte gereicht in | Mitte am Ende, heutige Kaufkraft |
|---|---|---|
| Keine bestimmte Krise (alle Verläufe) | 88 % der Verläufe | 564.330 € |
| Finanzkrise 2007–09 | 52 % der Verläufe | 14.156 € |
| Dotcom-Blase 2000–03 | 34 % der Verläufe | 0 € |
| Hohe Inflation 1973–82 | 79 % der Verläufe | 155.316 € |
| Die schlechtesten zehn Jahre der Kursgeschichte | 66 % der Verläufe | 70.839 € |
Zum Vergleich: echte Startjahre
Mit echten Startjahren — je Januar von 1973 bis 1996 ein Verlauf, genau in der Reihenfolge, in der die Jahre danach kamen — hätte das Geld in 24 von 24 Startjahren gereicht. Es hätte in jedem dieser Startjahre gereicht.
Dazu: der Portfolio-Backtester
Im selben Konto rechnet Paperball jede Aufteilung deiner ETFs, Fonds und Aktien mit realen Kursen durch — nach Kosten und Steuern. Die Aufteilung, die dir gefällt, speicherst du und lässt sie in der Monte-Carlo-Simulation weiterlaufen. Ein Konto, beide Werkzeuge.
Quellen
- Steuerregeln: § 32d EStG (Abgeltungsteuer), § 20 Abs. 9 EStG (Sparer-Pauschbetrag), § 18 InvStG (Vorabpauschale), § 20 InvStG (Teilfreistellung).
- Kursgeschichte und Verbraucherpreise: eine wissenschaftliche Reihe deutscher Aktien, Renditen von Bundesanleihen aus der Zinsstruktur einer Zentralbank und amtliche Verbraucherpreise.
Fragen zur Monte-Carlo-Simulation
Was ist eine Monte-Carlo-Simulation?
Eine Rechnung, die nicht einen, sondern viele mögliche Verläufe durchspielt. Paperball setzt aus echten Monatsrenditen 10.000 Verläufe zusammen und wertet sie aus — etwa: „In 94 % der simulierten Verläufe hätte das Vermögen gereicht.“ Das ist weder eine Wahrscheinlichkeit noch eine Prognose, sondern eine Auswertung der Vergangenheit.
Was ist der Unterschied zwischen Backtest und Monte-Carlo-Simulation?
Der Backtest schaut zurück: Er rechnet mit den echten Kursen nach, was aus deinem Geld geworden wäre — genau so, wie es damals gelaufen ist. Das ergibt einen einzigen Verlauf. Die Monte-Carlo-Simulation fragt weiter: Was wäre, wenn die guten und die schlechten Jahre in einer anderen Reihenfolge gekommen wären? Dazu schneidet sie die echte Kursgeschichte in Stücke von je zwölf Monaten und setzt sie 10.000-mal neu zusammen. So siehst du, wie unterschiedlich es hätte kommen können — etwa, in wie vielen dieser Verläufe deine Entnahmen bis zum Ende gereicht hätten. Kurz gesagt: Der Backtest zeigt, was passiert ist; Monte Carlo zeigt die Bandbreite. Eine Vorhersage ist beides nicht.
Woher kommen die Renditen?
Aus der echten Kursgeschichte: aus der Rechnung eines gespeicherten Portfolios, aus dem Backtest eines Portfolios aus den Community-Backtests oder aus Indexreihen mit Gesamtertrag, also samt Ausschüttungen. Gezogen wird in Blöcken von zwölf Monaten, damit Marktphasen zusammenbleiben — Krisenjahre wie 2008 oder 2022 bleiben so im Ganzen erhalten.
Wie viel Kursgeschichte braucht es?
Mindestens fünf Jahre. Bei einem Anlagemix zählt der Zeitraum, in dem alle Bausteine Daten haben — gerechnet wird nie mit einer Reihe, die es damals noch nicht gab. Ein fester Zins zählt dabei nicht mit, er hat keine Geschichte.
Was kann ich tun, wenn die Kursgeschichte eines Wertpapiers zu kurz ist?
Ein Backtest braucht mindestens ein Jahr, eine Monte-Carlo-Simulation mindestens fünf Jahre, in denen alle gewählten Wertpapiere Kurse haben. Reicht das nicht, gibt es zwei mögliche Gründe. Erstens: Das Wertpapier ist einfach noch jung. Wurde ein ETF vor drei Jahren aufgelegt, gibt es auch nur drei Jahre Kurse — die kann niemand verlängern. Für die Rechnung kannst du dann ein älteres Wertpapier verwenden, das Ähnliches enthält, zum Beispiel einen anderen ETF auf denselben Index. Zweitens: Das Wertpapier ist älter, aber unser Datenanbieter liefert seine Kurse nicht weit genug zurück. Dann ergänzt du die fehlenden Kurse selbst: Auf der Seite „Watchlist“ lädst du beim Wertpapier eine Kursdatei (CSV) hoch — das geht in jedem Tarif. Tipp: Kostenlose Kurse findest du bei onvista.de und investing.com. Mit einem kostenlosen Konto lädst du dort die historischen Kurse als CSV-Datei herunter, und Paperball liest beide Formate direkt.
Was bedeuten Mitte, unterer und oberer Rand?
Sortiert man alle Verläufe nach ihrem Ergebnis, ist die Mitte der Verlauf genau dazwischen: Die eine Hälfte endet darüber, die andere darunter. Unter dem unteren Rand liegen 5 % der Verläufe, über dem oberen ebenso, zwischen beiden 90 %. Der untere Rand ist also kein schlimmster Fall — darunter liegen noch schwächere Verläufe.
Was ist ein Stresstest?
Dieselben Verläufe, nur sind die ersten Jahre der Entnahme genau die Monate einer echten Krise in ihrer echten Reihenfolge — etwa der Finanzkrise oder der hohen Inflation der 1970er-Jahre. So siehst du, was eine schwache Abfolge gleich zu Beginn ausgemacht hätte. Paperball rechnet jede Krise, die vollständig in der Kursgeschichte der Grundlage liegt, und dazu die schlechtesten zehn Jahre dieser Geschichte.
Sind Steuern und Kosten eingerechnet?
Ja, wenn du willst. Bei einem gespeicherten Portfolio rechnet Monte Carlo mit der Steuer seines Backtests, änderbar; bei einem Anlagemix und Portfolios aus den Community-Backtests schaltest du sie ein. Jede Entnahme wird so verkauft, dass nach Steuer auf den Gewinnanteil dein Betrag ankommt; dazu kommen jedes Jahr die Steuer auf Pufferzinsen, eine Vermögenssteuer und die Vorabpauschale. Die Kosten und die Steuer auf Umschichtungen eines Portfolios stecken schon in seiner Renditereihe; ein Anlagemix rechnet ohne Kosten. Genähert sind der ermäßigte Satz nach einer Haltedauer und die Steuer auf Ausschüttungen, die erst beim Verkauf anfällt.
Ist das Anlageberatung?
Nein. Paperball ist ein Rechenwerkzeug und gibt keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung. Monte Carlo setzt die vergangene Kursgeschichte zu möglichen Verläufen neu zusammen. Das ist keine Vorhersage. Entscheidungen über deine Geldanlage triffst du selbst.
Brauche ich für Monte Carlo ein eigenes Abo?
Nein. Monte-Carlo-Simulation und Portfolio-Backtester gehören zum selben Konto, und ein Abo brauchst du für keins von beiden. Jede Simulation kostet Credits, gleich auf welcher Grundlage; mit dem Startguthaben rechnest du die ersten kostenlos, danach kaufst du Credits nach oder nimmst ein Abo — alle Preise im Überblick.
Rechne deinen eigenen Plan durch
Startkapital, Sparrate, Entnahme — trag deine Zahlen ein und sieh, wie sie in 10.000 Verläufen abgeschnitten hätten.