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Entnahmeplan-Rechner: Hätte dein Depot für die Entnahme gereicht?

Leg fest, wie viel du entnehmen willst — einen festen Betrag mit Inflationsausgleich oder einen Prozentsatz vom Depot. Paperball rechnet den Plan mit echten Kursen durch, nach Kosten und Steuer, und zeigt, wie lange das Vermögen getragen hätte.

Kurz gesagt

Ein Entnahmeplan legt fest, wie viel du jedes Jahr aus deinem Depot nimmst. Ob er reicht, entscheiden Rendite, Teuerung, Steuer und die Reihenfolge der Jahre. Im Rechenbeispiel unten hätten 4 % von 500.000 € — im ersten Jahr 20.000 €, danach mit der Teuerung erhöht — nach deutscher Steuer in 88 % der 10.000 Verläufe 30 Jahre gereicht.

  • Kostenloses Konto mit Startguthaben
  • Backtest und Monte Carlo
  • Hosting in der EU · DSGVO

Was du erfährst

  • Ob es mit den echten Kursen gereicht hätte

    Der Backtest spielt deinen Plan in der tatsächlichen Abfolge der Jahre durch: Restvermögen, tiefster Stand, Summe der Entnahmen — und ob und wann das Depot aufgebraucht gewesen wäre.

  • In wie vielen Verläufen es gereicht hätte

    Die Monte-Carlo-Simulation setzt aus echten Monatsrenditen 10.000 mögliche Abfolgen zusammen und zählt, in wie vielen dein Plan bis zum Ende getragen hätte.

  • Welcher Betrag getragen hätte

    Paperball sucht die höchste Entnahme, die im Backtest bis zum Ende gereicht hätte, und in Monte Carlo die höchste, die in 90 % der Verläufe gereicht hätte.

Rechenbeispiel: 4 % von 500.000 € über 30 Jahre

Angenommen, du hast 500.000 € zu 60 % in deutschen Aktien und zu 40 % in Bundesanleihen angelegt und entnimmst im ersten Jahr 20.000 €, danach jedes Jahr um die Teuerung mehr. So wäre es in 10.000 Verläufen ausgegangen:

  • Vor Steuer92 %der Verläufe hätten 30 Jahre gereicht
  • Nach deutscher Steuer88 %der Verläufe hätten 30 Jahre gereicht
  • Am Ende übrig, Mitte der Verläufe564.330 €in heutiger Kaufkraft, nach Steuer
  • Hätte in 9 von 10 Verläufen getragen19.424 €im ersten Jahr, das sind 3,88 % des Startvermögens

Den Unterschied macht die Steuer: Jede Entnahme wird so verkauft, dass nach Steuer 20.000 € ankommen. Dafür muss mehr verkauft werden, und dieser Teil fehlt dem Depot in den Jahren danach. Im mittleren Verlauf wären über 30 Jahre zusammen 332.450 € an Steuer angefallen, in Euro der jeweiligen Jahre.

Was am Ende übrig bliebe, streut weit: In der Mitte der Verläufe wären es 564.330 € in heutiger Kaufkraft, am unteren Rand 0 € — nur 5 % der Verläufe lägen darunter — und am oberen Rand 2.854.390 €.

Mit echten Startjahren

Mit echten Startjahren — je Januar von 1973 bis 1996 ein Verlauf, genau in der Reihenfolge, in der die Jahre danach kamen — hätte das Geld in 24 von 24 Startjahren gereicht. Es hätte in jedem dieser Startjahre gereicht.

Wenn gleich zu Beginn eine Krise kommt

Dieselben Verläufe, nur beginnt die Entnahme mit den Monaten einer echten Krise, in ihrer echten Reihenfolge:

Am Anfang der EntnahmeHätte gereicht inMitte am Ende, heutige Kaufkraft
Keine bestimmte Krise (alle Verläufe)88 % der Verläufe564.330 €
Finanzkrise 2007–0952 % der Verläufe14.156 €
Dotcom-Blase 2000–0334 % der Verläufe0 €
Hohe Inflation 1973–8279 % der Verläufe155.316 €
Die schlechtesten zehn Jahre der Kursgeschichte66 % der Verläufe70.839 €

Die 4-Prozent-Regel: woher sie kommt und was sich in Euro ändert

Die Regel geht auf den US-Finanzplaner William Bengen zurück. Er untersuchte 1994 mit amerikanischen Kursen, welche Entnahme im ersten Jahr — danach mit der Teuerung erhöht — über 30 Jahre in jedem betrachteten Startjahr gereicht hätte. Die Trinity-Studie von 1998 zählte für verschiedene Raten, Aufteilungen und Laufzeiten, in wie vielen Zeiträumen das Geld gereicht hätte. Beide rechneten in Dollar, ohne Steuern und ohne Kosten.

Für Anlegerinnen und Anleger in Euro ändern sich drei Dinge. Die Märkte: Deutsche Aktien und Bundesanleihen haben eine andere Geschichte als der US-Markt. Die Teuerung: Gerechnet wird mit der in Deutschland. Und die Steuer: Auf den Gewinnanteil jedes Verkaufs fällt Abgeltungsteuer an, dazu jedes Jahr die Vorabpauschale. Im Rechenbeispiel oben hätte die Regel vor Steuer in 92 % der Verläufe gereicht, nach Steuer in 88 %.

Mehr im Ratgeber zur 4-Prozent-Regel

Entnahmerechner mit fester Rendite oder Monte-Carlo-Simulation?

Viele Entnahmerechner rechnen mit einer festen Rendite: jedes Jahr gleich viel Ertrag, jedes Jahr dieselbe Teuerung. Dann gibt es genau eine Antwort — reicht oder reicht nicht. Derselbe Plan wie oben, einmal so und einmal über 10.000 Verläufe gerechnet, beide nach Steuer:

Derselbe PlanFeste RenditeMonte Carlo
Rendite8,0 % jedes Jahrechte Monatsrenditen in neuer Abfolge, im Mittel 8,0 %
Teuerung2,7 % jedes Jahrdie der gezogenen Monate
Hätte 30 Jahre gereichtJa88 % der Verläufe
Am Ende übrig, heutige Kaufkraft596.616 €Mitte 564.330 €, unterer Rand 0 €
Entnahme im ersten Jahr, die gereicht hätte29.734 €19.424 € in 9 von 10 Verläufen

Die feste Rendite ist das geometrische Mittel genau derselben Kursgeschichte — derselbe Durchschnitt, nur ohne Schwankung und ohne Reihenfolge. Was ihr fehlt, ist das Risiko, dass schwache Jahre gleich zu Beginn der Entnahme kommen. Ein Kapitalverzehr-Rechner mit fester Rendite taugt für eine erste Größenordnung; ob ein Plan auch in schwachen Abfolgen getragen hätte, zeigt erst die Simulation.

Was du einstellen kannst

Entnommen wird monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich. Einen Plan speicherst du als Vorlage und lädst ihn in jede weitere Rechnung.

  • Fester Betrag mit Inflationsausgleich

    Ein Betrag je Monat, Quartal, Halbjahr oder Jahr, auf Wunsch jedes Jahr um die Inflation erhöht — so rechnest du auch die 4-Prozent-Regel nach.

  • Prozentsatz vom aktuellen Wert

    Du entnimmst einen festen Anteil des Depots pro Jahr. Der Betrag schwankt mit dem Markt, dafür wird das Depot nie ganz leer.

  • Liquiditätspuffer für schwache Jahre

    Beim festen Betrag zahlt ein verzinster Topf neben dem Depot die Entnahme, solange das Depot deutlich unter seinem Höchststand liegt — und füllt sich in guten Jahren wieder auf.

  • Verkauf aus übergewichteten Positionen

    Im Backtest verkaufst du anteilig oder zuerst, was über seinem Zielanteil liegt — die Entnahme zieht das Depot dann zur Aufteilung zurück.

  • Rente und andere Einkünfte

    In Monte Carlo trägst du Rente, Miete oder Teilzeitlohn ein; aus dem Depot kommt nur, was sie nicht decken.

  • Erst sparen, dann entnehmen

    Vor der Entnahme läuft auf Wunsch eine Ansparphase mit Sparrate — im Backtest wie in Monte Carlo, in einem Durchlauf.

Zwei Blickwinkel auf denselben Plan

Beide Werkzeuge gehören zum selben Konto. Am aussagekräftigsten ist der Plan, wenn du ihn in beiden rechnest.

  • Im Backtest: der Verlauf, der passiert ist

    Mit echten Kursen, Ordergebühren und Steuer. Jede Entnahme wird so verkauft, dass nach Kosten und Steuer dein Betrag ankommt. Du siehst genau einen Verlauf — den der Vergangenheit.

    Mehr zum Portfolio-Backtester
  • In Monte Carlo: viele mögliche Abfolgen

    Für Entnahmen zählt die Reihenfolge der Jahre: Ein Crash kurz nach Beginn der Entnahme wiegt schwerer als derselbe Crash zwanzig Jahre später. Monte Carlo zieht die Jahre in neuer Abfolge und zeigt die Spanne.

    Mehr zur Monte-Carlo-Simulation

Quellen

  • William P. Bengen: „Determining Withdrawal Rates Using Historical Data“. Journal of Financial Planning, Oktober 1994.
  • Philip L. Cooley, Carl M. Hubbard, Daniel T. Walz: „Retirement Savings: Choosing a Withdrawal Rate That Is Sustainable“. AAII Journal, Februar 1998 — die sogenannte Trinity-Studie.
  • Steuerregeln: § 32d EStG (Abgeltungsteuer), § 20 Abs. 9 EStG (Sparer-Pauschbetrag), § 18 InvStG (Vorabpauschale), § 20 InvStG (Teilfreistellung).
  • Kursgeschichte und Verbraucherpreise: eine wissenschaftliche Reihe deutscher Aktien, Renditen von Bundesanleihen aus der Zinsstruktur einer Zentralbank und amtliche Verbraucherpreise.

Fragen zum Entnahmeplan

Was ist ein Entnahmeplan?

Ein Plan, wie viel du regelmäßig aus deinem Depot entnimmst, etwa im Ruhestand oder in einer Auszeit. Paperball rechnet ihn mit historischen Kursen durch und zeigt, ob und wie lange das Vermögen die Entnahmen getragen hätte.

Was ist der Unterschied zwischen Entnahmeplan und Kapitalverzehr?

Beim Kapitalverzehr ist die Entnahme so bemessen, dass das Vermögen zu einem gewählten Zeitpunkt aufgebraucht ist. Ein Entnahmeplan kann das sein, muss es aber nicht: Mit einem festen Betrag siehst du, ob das Depot bis zum Ende gereicht hätte und was übrig geblieben wäre; mit einem Prozentsatz vom Wert wird es nie ganz leer.

Kann ich die 4-Prozent-Regel prüfen?

Ja. Die Regel sagt: im ersten Jahr 4 % des Startvermögens entnehmen und den Betrag danach jedes Jahr um die Inflation erhöhen. Das ist der feste Betrag mit Inflationsausgleich. Alternativ entnimmst du jedes Jahr 4 % vom aktuellen Wert — dann schwankt der Betrag mit dem Depot. Woher die Regel kommt und welche Raten über verschieden lange Zeiträume gereicht hätten, steht im Ratgeber zur 4-Prozent-Regel.

Wie wird die Steuer bei Entnahmen gerechnet?

Jede Entnahme wird so verkauft, dass nach Steuer dein Betrag ankommt. Steuer fällt nur auf den Gewinnanteil des Verkauften an, nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags; bei Aktienfonds ist ein Teil davon steuerfrei (Teilfreistellung). Dazu kommt jedes Jahr die Vorabpauschale. Im Backtest und in Monte Carlo stellst du die Steuer deines Landes ein.

Was bringt ein Liquiditätspuffer?

Ein Topf neben dem Depot, bemessen in Jahresentnahmen und verzinst mit einem festen Satz oder dem historischen Geldmarktzins. Liegt das Depot deutlich unter seinem Höchststand, zahlt der Puffer die Entnahme, statt dass im Tief verkauft werden muss; in guten Jahren füllt er sich wieder auf. Den Puffer gibt es beim festen Betrag.

Werden Rente und andere Einkünfte berücksichtigt?

In der Monte-Carlo-Simulation ja: Rente, Miete oder Teilzeitlohn trägst du als monatlichen Betrag ab einem Jahr deiner Wahl ein, auf Wunsch mit der Inflation steigend. Sie decken zuerst deinen Bedarf; aus dem Depot kommt nur der Rest. Im Backtest kommt die Entnahme allein aus dem Depot.

Kostet der Entnahmeplan extra?

Nein. Den Entnahmeplan gibt es in jedem Tarif, im Backtest und in Monte Carlo, auch mit deinen eigenen Wertpapieren und Portfolios. Ein Backtest oder eine Monte-Carlo-Simulation kostet mit Entnahmeplan genauso viele Credits wie ohne; zum Start bekommst du ein Startguthaben — alle Preise im Überblick.

Rechne deinen eigenen Plan durch

Depot, Entnahme, Puffer — trag deine Zahlen ein und sieh, wie lange sie mit echten Kursen getragen hätten.