Basiszins 2026: 3,20 % · Rechtsstand 25.10.2026

Vorabpauschale-Rechner: Wie viel Steuer zieht deine Bank im Januar ein?

Die Vorabpauschale ist eine vorgezogene Steuer auf Fonds und ETFs, die wenig oder nichts ausschütten. Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 %: Je 10.000 € Fondswert zu Jahresbeginn sind bis zu 224 € zu versteuern, und die Bank zieht die Steuer Anfang Januar 2027 ein. Rechne aus, wie viel es bei dir ist.

  • Ohne Konto
  • Mit Rechenweg
  • Basiszins seit 2018

Auf einen Blick

Basiszins 2026
3,20 %
Basisertrag
Wert zu Jahresbeginn × Basiszins × 70 %
Teilfreistellung Aktien-ETF
30 %
Sparer-Pauschbetrag
1.000 €, zusammen veranlagt 2.000 €
Abbuchung
Erster Werktag im Januar 2027

Deine Vorabpauschale berechnen

Das Jahr, in dem der Wert gestiegen ist. Die Steuer dafür bucht die Bank im Januar danach ab.

Steht im Basisinformationsblatt oder auf der Seite deiner Bank. Aktien-ETFs sind fast immer Aktienfonds.

Anzahl deiner Anteile × erster Kurs des Jahres — auch wenn du erst später gekauft hast, nicht dein Kaufpreis.

Dieselben Anteile × letzter Kurs des Jahres. Für das laufende Jahr eine Schätzung.

Vor Steuern. Bei einem thesaurierenden Fonds 0.

Im Jahr des Kaufs zählt jeder volle Monat davor nicht mit.

Es gilt der Betrag des Jahres, in dem die Bank abbucht (2027).

Etwa durch andere Fonds bei derselben Bank, oder weil dein Freistellungsauftrag dort kleiner ist.

Vorabpauschale 2026
448,00 €
Davon steuerpflichtig
313,60 €
nach 30 % Teilfreistellung
Steuer im Januar 2027
0,00 €
davon 313,60 € durch den Pauschbetrag gedeckt
Ohne Freistellungsauftrag
82,71 €
so viel, wenn der Pauschbetrag schon verbraucht ist

So wird gerechnet

  1. Basisertrag: 20.000,00 € × 3,20 % Basiszins × 70 % = 448,00 €
  2. Wertsteigerung samt Ausschüttungen: 22.000,00 € − 20.000,00 € + 0,00 € = 2.000,00 €
  3. Der kleinere der beiden Beträge, abzüglich der Ausschüttungen von 0,00 €: 448,00 €
  4. Teilfreistellung 30 %: steuerpflichtig sind 70 % von 448,00 € = 313,60 €
  5. Sparer-Pauschbetrag: 313,60 € angerechnet, danach noch 686,40 € frei
  6. Steuer: keine — der Pauschbetrag deckt den steuerpflichtigen Teil

Verkaufst du die Anteile später, werden diese 448,00 € von deinem Gewinn abgezogen — versteuert wird derselbe Ertrag nur einmal.

Vereinfacht: gleich viele Anteile im ganzen Jahr (ab dem Kaufmonat), keine ausländische Quellensteuer, alle Beträge auf Cent gerundet — deine Bank kann um einen Cent abweichen. Keine Steuerberatung.

Was ist die Vorabpauschale?

Fonds und ETFs, die ihre Erträge behalten statt sie auszuschütten (thesaurieren), würdest du sonst erst beim Verkauf versteuern. Damit trotzdem jedes Jahr etwas versteuert wird, unterstellt das Gesetz einen Mindestertrag: die Vorabpauschale (§ 18 InvStG). Sie ist kein Geld, das dir zufließt, sondern ein Betrag, auf den Steuer anfällt.

  1. Basisertrag

    Wert zu Jahresbeginn × Basiszins × 70 %. Der Basiszins richtet sich nach der Rendite langlaufender öffentlicher Anleihen.

  2. Höchstens die Wertsteigerung

    Der Basisertrag gilt höchstens so hoch wie die Wertsteigerung im Jahr samt Ausschüttungen. Davon werden die Ausschüttungen abgezogen — der Rest ist die Vorabpauschale.

  3. Teilfreistellung und Pauschbetrag

    Bei Aktienfonds bleiben 30 % steuerfrei. Auf den Rest zieht die Bank Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ab, soweit dein Sparer-Pauschbetrag aufgebraucht ist.

Basiszins seit 2018

Der Basiszins gilt für die Wertentwicklung eines Jahres; die Steuer darauf bucht die Bank im Januar des Folgejahres ab.

JahrBasiszinsBasisertrag je 10.000 €Abgebucht
20263,20 %224,00 €Januar 2027
20252,53 %177,10 €Januar 2026
20242,29 %160,30 €Januar 2025
20232,55 %178,50 €Januar 2024
2022-0,05 %0,00 €Januar 2023
2021-0,45 %0,00 €Januar 2022
20200,07 %4,90 €Januar 2021
20190,52 %36,40 €Januar 2020
20180,87 %60,90 €Januar 2019

In Jahren mit negativem Basiszins gab es keine Vorabpauschale.

Teilfreistellung je Fondsart

FondsartSteuerfreiSteuerpflichtig
Aktienfonds (z. B. Aktien-ETF)30 %70 %
Mischfonds15 %85 %
Immobilienfonds60 %40 %
Immobilienfonds mit Auslandsschwerpunkt80 %20 %
Sonstige Fonds (z. B. Anleihen-ETF)0 %100 %

Aktienfonds legen laufend mehr als die Hälfte in Aktien an, Mischfonds mindestens ein Viertel (§ 2 und § 20 InvStG).

Fragen zur Vorabpauschale

Wann wird die Vorabpauschale fällig?

Sie gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen (§ 18 Abs. 3 InvStG). Deine Bank zieht die Steuer deshalb Anfang Januar ein — die Vorabpauschale für 2026 also Anfang Januar 2027, vom Verrechnungskonto deines Depots.

Hilft ein Freistellungsauftrag?

Ja. Bis zu deinem Sparer-Pauschbetrag — 1.000 € im Jahr, zusammen veranlagt 2.000 € — zieht die Bank auf die Vorabpauschale keine Steuer ab, wenn du ihr einen Freistellungsauftrag erteilt hast. Er gilt für alle Kapitalerträge des Jahres bei dieser Bank; hast du ihn auf mehrere Banken verteilt, zählt nur der Teil bei dieser.

Was ist der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs?

Ein thesaurierender ETF schüttet nichts aus; die Vorabpauschale ist bei ihm meist der volle Basisertrag. Bei einem ausschüttenden ETF werden die Ausschüttungen abgezogen. Liegen sie über dem Basisertrag, fällt keine Vorabpauschale an — versteuert werden dann die Ausschüttungen selbst.

Zahle ich beim Verkauf doppelt Steuer?

Nein. Beim Verkauf werden die Vorabpauschalen, die du für die verkauften Anteile versteuert hast, vom Gewinn abgezogen (§ 19 Abs. 1 InvStG). Die Vorabpauschale zieht die Steuer nur vor; insgesamt versteuerst du den Gewinn einmal.

Was gilt, wenn ich im Laufe des Jahres kaufe?

Im Jahr des Kaufs sinkt die Vorabpauschale um ein Zwölftel für jeden vollen Monat vor dem Kaufmonat (§ 18 Abs. 2 InvStG) — wer im Oktober kauft, versteuert also drei Zwölftel. Gerechnet wird trotzdem mit dem Kurs vom Jahresanfang. Der Rechner fragt deshalb nach dem Wert deiner Anteile zum ersten Kurs des Jahres, nicht nach deinem Kaufpreis.

Gibt es die Vorabpauschale auch in einem Verlustjahr?

Nein. Sie ist höchstens so hoch wie die Wertsteigerung im Jahr samt Ausschüttungen; ohne Wertsteigerung ist sie null. Für 2021 und 2022 war der Basiszins negativ — auch da fiel keine an.

Was passiert, wenn auf dem Verrechnungskonto kein Geld ist?

Die Bank zieht den Betrag von einem Konto ein, das du bei ihr hast; einen vereinbarten Dispositionskredit darf sie dafür nutzen, solange du nicht vorher widersprochen hast. Reicht beides nicht, meldet sie es dem Finanzamt, das die Steuer über deine Steuererklärung nachfordert (§ 44 Abs. 1 EStG).

Muss ich die Vorabpauschale in der Steuererklärung angeben?

Bei einer Bank in Deutschland nicht: Sie zieht die Steuer ab, damit ist sie abgegolten. Bei einem Depot im Ausland ohne deutschen Steuerabzug trägst du sie selbst ein, in der Anlage KAP-INV.

Wie hoch ist der aktuelle Basiszins?

Für 2026 beträgt er 3,20 %. Das Bundesfinanzministerium gibt ihn jedes Jahr Anfang Januar bekannt. Er beruht auf der Rendite öffentlicher Anleihen mit 15 Jahren Restlaufzeit zum ersten Börsentag des Jahres (§ 18 Abs. 4 InvStG).

Gibt es die Vorabpauschale auch im Altersvorsorgedepot?

Nein. Im geförderten Altersvorsorgedepot fällt in der Sparphase keine Steuer an, also auch keine Vorabpauschale; versteuert wird erst die Auszahlung. Mehr dazu im Altersvorsorgedepot-Rechner.

Quellen und Rechtsstand

Stand der Regeln: 25.10.2026. Keine Steuerberatung — für deinen Einzelfall frag deine Bank oder lass dich steuerlich beraten.

Weiter mit Paperball

Vorabpauschale über viele Jahre: der Backtest

Der Portfolio-Backtest rechnet die Vorabpauschale in jedem Jahr mit, mit dem Basiszins des Jahres, der Teilfreistellung und deinem Pauschbetrag — und zieht sie beim Verkauf vom Gewinn ab. So siehst du, was deinen ETFs in der Vergangenheit nach Steuern geblieben wäre.

Zum Portfolio-Backtest

Ohne Vorabpauschale: das Altersvorsorgedepot

Im geförderten Altersvorsorgedepot fällt während der Sparphase keine Steuer an. Rechne aus, wie viel Förderung du bekommst.

Zum Altersvorsorgedepot-Rechner